Trans Gran Canaria 7.- 8. März 2015

Um 23.00 Uhr fiel der Startschuss in Agaete. 686 Läufer und Läuferinnen aus der ganzen Welt, darunter sehr viele namhafte Eliteathleten, wurden in die Nacht geschickt und traten einen langen Weg von 127,5 km und 8666 hm an. Alle trugen die Pflichtausrüstung mit sich, dazu gehörte eine Stirnlampe mit Ersatzbatterien, wasserdichte Regenjacke, Getränkebehälter (1,5L), Natel, Rettungsdecke und Verpflegung. Es hatte insgesamt 12 Verpflegungsposten auf der Strecke, bei denen man sich stärken und Proviant auffüllen konnte.

Die Stimmung vor dem Start in dem kleinen Dorf am Meer war der Wahnsinn! Hühnerhaut pur! Es galt die Insel Gran Canaria von Nord nach Süd und damit von Küste zu Küste zu durchqueren, vorbei an Wahrzeichen wie der Roque Nublo oder Pico de la Nieves (letzterer knapp 2000 Meter hoch und damit höchster Punkt des Laufes).

Der 1.Teil des Rennens fand in der Nacht statt, die Schönheit der Landschaft konnte nur vermutet werden. Endlich – bei Tagesanbruch zeigte sich die Natur voller Gegensätze. Wunderschöne grüne Landschaften wechselten sich mit kargen Gesteinslandschaften ab. Es war ein ständiges Auf und Ab, zügiges Rennen war fast unmöglich, das Gelände zu ruppig. Die Bedingungen waren schwierig. Es blies ein sehr heftiger Wind, der sogenannte Kalima, ein Saharawind, der wie ein heisser Föhn Sand und Staub in das Gesicht blies. Der Sand wurde wie ein Staubsauger in die Lungen eingesogen, was nach einigen Stunden zu Atem- und Schluckbeschwerden führte. Der Wind machte ein zügiges Fortkommen schwierig, die Hitze während Tag und Nacht tat ihr übriges.

Die Trails waren zum Teil technisch anspruchsvoll, mit vielen spitzen Steinen, an denen man sich leicht verletzen konnte. Vor allem gegen Ende des Laufes, als ich dachte, das Schlimmste sei überstanden, offenbarte sich nochmals ein steiler, langer Abstieg durch ein Geröllfeld – dies wieder bei Nacht. Erneut war höchste Aufmerksamkeit und Konzentration gefordert, was nach so vielen Stunden auf den Beinen nicht mehr so einfach war. Als wäre das nicht genug, musste eine mir endlos vorkommende gerade Staubstrecke – inklusive einem ca. 2 km langen ausgetrockneten Bachbett – bewältigt werden.

Maspalomas, obwohl nicht mehr weit entfernt, liess noch lange auf sich warten. Zu diesem Zeitpunkt war an „Rennen“ nicht mehr zu denken. Nach über 100 km und all den Höhenmetern kämpfte ich Meter für Meter, um voranzukommen. Dann endlich, der Moment des langersehnten Zieleinlaufs! Emotionen, die man nicht beschreiben kann!

Im Ziel habe ich erfahren, dass sehr viele Läufer den Lauf abgebrochen haben: von 686 Läufer und Läuferinnen kamen lediglich 349 ins Ziel bzw. von 73 startenden Frauen erreicheten 34 das Ziel.

Ich bin sehr glücklich, es geschafft zu haben!!!

Cornelia Hauser

 

gelaufene Zeit: 26 Stunden 04 Minuten
Rang 5, Kategorie W40

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